Impulse für die Wirtschaft

Kurz & Knapp

Die Luftfahrtindustrie in Norddeutschland schafft nicht nur in der eigenen Branche Arbeitsplätze, sondern strahlt auch positiv auf andere Wirtschaftszweige aus. Berechnungen des HWWI zufolge erzeugt ein Arbeitsplatz im Luft- und Raumfahrzeugbau 1,7 Arbeitsplätze in anderen Wirtschaftszweigen in ganz Deutschland, davon 0,6 in Norddeutschland.

Grafiken & Tabellen
 
MEHR GRAFIKEN
 
Über den Tellerand

Der Flugzeugbau prägt mit den Standorten von Airbus in Bremen, Hamburg und Niedersachsen die Luftfahrtindustrie in Norddeutschland. In dieser Region haben rund 35.000 Menschen ihren Arbeitsplatz im Luft- und Raumfahrzeugbau, was einem bundesweiten Anteil von 43 % entspricht.

WEITERLESEN
 
 

Die Luftfahrtindustrie ist Impulsgeber für die ökonomische Entwicklung

Der Flugzeugbau in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist eine beschäftigungsstarke Industrie. Fast jeder zweite Arbeitsplatz im deutschen Luft- und Raumfahrzeugbau befindet sich im Norden. Dabei hat die Anzahl der Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren zugenommen. 43 % aller Mitarbeiter im deutschen Luft- und Raumfahrzeugbau sind in den norddeutschen Bundesländern tätig. Der Flugzeugbau forciert als technologieorientierter, wissensintensiver Wirtschaftszweig den Strukturwandel in der norddeutschen Industrie. Damit trägt er dazu bei, dass in Norddeutschland mehr Arbeitsplätze für hochqualifizierte Beschäftigte entstehen. Aufgrund von Lieferbeziehungen zu produzierenden Unternehmen und Dienstleistern sichert die Luftfahrtindustrie auch in anderen Branchen Arbeitsplätze. Einige größere sowie zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen prägen die Region. Im Zusammenhang mit der Luftfahrtindustrie gibt es weitere Arbeitsplätze an den norddeutschen Flughäfen und in den dort angesiedelten Unternehmen.

Die Luftfahrtindustrie sichert Arbeitsplätze in anderen Branchen

Die Nachfrage der Unternehmen des Luftfahrzeugbaus nach Produkten und Dienstleistungen anderer Unternehmen trägt dort zur Sicherung von Arbeitsplätzen bei. Beispiele hierfür sind der Kauf von Flugzeugteilen oder Outsourcing von Dienstleistungen. Zusätzlich wirken sich die Ausgaben der im Luftfahrzeugbau Beschäftigten positiv auf die Anzahl der Beschäftigten in anderen Branchen aus, etwa aufgrund des Kaufs von Konsumgütern.

Insgesamt entstehen durch die norddeutsche Luft- und Raumfahrtindustrie 1,7 Arbeitsplätze in ganz Deutschland. Nach Berechnungen des HWWI generiert ein Arbeitsplatz im Luft- und Raumfahrzeugbau auf diese Weise 0,6 Arbeitsplätze in anderen Wirtschaftszweigen in Norddeutschland, die beispielsweise für die Branche als Zulieferer fungieren. Aufgrund der überregionalen Nachfrage der Unternehmen der Luftfahrtindustrie und der dort Beschäftigten entstehen zusätzlich 1,1 weitere Arbeitsplätze in anderen deutschen Bundesländern. Solche Effekte treten auf, wenn die norddeutschen Unternehmen beispielsweise Güter aus Bayern oder Baden-Württemberg beziehen. Durch diese intensiven – auch überregionalen – Verflechtungen der Unternehmen der Luftfahrtindustrie profitieren deutschlandweit Firmen davon, wenn die Anzahl der Arbeitsplätze im Flugzeugbau in Norddeutschland zunimmt.

Norddeutschland ist ein wichtiges Zentrum des deutschen Luft- und Raumfahrzeugbaus

Mehr als jeder vierte Beschäftigte in diesem Wirtschaftszeig in Deutschland hat seinen Arbeitsplatz in Hamburg. Damit ist der vergleichsweise kleine Stadtstaat für diese Industrie ein ebenso bedeutender Standort wie das Flächenland Bayern. Insgesamt kann Hamburg nur 1,5 % aller deutschen Industriearbeitsplätze für sich verbuchen, was die herausragende Bedeutung der Luftfahrt für die Industrie in der Hansestadt unterstreicht. Der Luft- und Raumfahrzeugbau prägt auch die Industriestruktur in Bremen, wo jeder elfte Industriearbeitsplatz in diesem Wirtschaftszweig angesiedelt ist.

Der Flugzeugbau forciert den wissensbasierten Strukturwandel

Der Strukturwandel in Norddeutschland führt zu einer Zunahme der Arbeitsplätze in den Dienstleistungsbranchen, während die Zahl der Industriearbeitsplätze zurückgeht. Hiervon sind aber nicht alle Industriezweige betroffen. Während arbeitsintensive Industrien deutlich an Bedeutung verlieren, nimmt der Anteil der wissensintensiven Arbeitsplätze an der Industriebeschäftigung zu. Die wissensintensiven Industrien sind die wichtigsten Lieferanten von Technologien und umfassen die Güterbereiche, in denen überdurchschnittlich forschungsintensiv produziert wird. Die Luftfahrtbranche zählt dazu und trägt deshalb in Norddeutschland als wachsende Industrie positiv zum Strukturwandel bei.

Quelle: HWWI 2012